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Medienmitteilung, 11. / 12. November 2010

Machtfaktor Patient:
Die Careum Stiftung denkt das Gesundheitswesen der Zukunft

Rund 300 Teilnehmende und zahlreiche nationale und internationale Referenten haben sich am Careum Congress vom 11. und 12. November 2010 mit dem Gesundheitswesen der Zukunft und der Rolle des Patienten auseinandergesetzt. Dieser Careum Congress war der erste Kongress überhaupt in der Schweiz, der sämtliche beteiligten Parteien des Gesundheitssystems zu dieser Thematik zusammen brachte. Das Fazit aus diesen zwei Tagen lautet: Patienten sind Akteure und nicht Objekte des Gesundheitswesens.


Die Careum Stiftung setzt mit diesem Kongress einen neuen Schwerpunkt in ihrer Tätigkeit und hat zum Ziel, Selbstmanagementprogramme für chronisch erkrankte Menschen und ihre Angehörigen in der Schweiz zu verankern. Mit der Patientenbildung will die Careum Stiftung innovative und wegweisende Impulse setzen und auch aktiv mitgestalten. Der Careum Congress ist ein wichtiger erster Meilenstein in diesem Engagement.

Patientenbildung mit Augenmerk auf Chronische Krankheiten
Chronische Krankheiten machen 86% der Erkrankungen aus. Viele dieser Krankheiten sind auch darum ein Problem, weil Patienten keinen Zugang zu unterstützenden Programmen haben und ihre Bedürfnisse zuwenig Ernst genommen werden. Das Patienten-Empowerment muss in Zukunft zur selbstverständlichen Realität werden - der Patient gehört wirklich in den Mittelpunkt des Gesundheitswesens. José Martin-Moreno, Direktor der WHO Europa, sagt: „Es ist noch ein langer Weg, bis die Patienten und Ärzte gleichwertige Partner sind.“

Selbstmanagement als Schlüssel
Klar wurde in den zahlreichen Präsentationen und Diskussion, dass das Selbstmanagement der Patienten, verbunden mit dem technologischen Fortschritt und den Möglichkeiten des Informationstranfers im Internet, ein massgeblicher Faktor in der Neugestaltung des Gesundheitswesens der Zukunft sein muss. Jim Philipps, Direktor des britischen Expert Patient Programms, zeigt mit seinem Vergleich die Problematik auf: „Einen schönen blühenden Garten kann man nicht erzwingen, man kann nur die Rahmenbedingungen dafür schaffen. So ist es auch mit dem Selbstmanagement von Patienten.“ Die englischen Studien zeigen eine Kostenersparnis von 3 zu 1: für jeden ins Selbstmanagement investierte Franken spart das Gesundheitswesen 3 Franken.

Ist der Patient Kunde im Gesundheitswesen?
Ausführliche Diskussionen gingen rund um das Thema Patient als Kunde im Gesundheitswesen. Mit den neuen Informationskanälen im Internet sind die Patienten immer besser informiert und erhalten so Entscheidungsgrundlagen. Aber für eine freie Entscheidung ist gleiche Augenhöhe zwischen Leistungserbringer und Patient nötig. Stefan Etgeton, Leiter der deutschen Verbraucherzentrale, sieht dies im Gesundheitswesen jedoch noch nicht gewährleistet. Alle Beteiligten, die Krankenversicherungen, Leistungserbringer, wie auch Politik und Industrie, gehören mit den Patientenorganisationen an einen gemeinsamen Tisch. Denn „die Zeit der weissen Götter ist vorbei“ stellt Nationalrat Felix Gutzwiller klar.

Wie sieht es mit den Kosten aus?
Peter Littlejohns vom britischen National Institute for Health und Clinical Excellence, kurz NICE, formuliert die Kostenfrage im Gesundheitswesen pragmatisch: „Das Budget im Gesundheitswesen ist immer begrenzt. Jeder Franken, der für einen Patienten ausgegeben wurde, kann nicht für einen anderen Patienten gebraucht werden.“ Doch klar wird, dass mit der Patientenbildung und –organisation Kosten gesenkt werden können. Dies haben verschiedene Projekte immer wieder gezeigt. Erkrankte Menschen, die in Empowerment-Programmen teilnehmen, können selbstbewusster mit ihrer Krankheit umgehen und nehmen die Angebote des Gesundheitswesens weniger in Anspruch.

Ist eine Patientenrevolution im Gange?
„Patienten-Empowerment ist eine Revolution von unten, von der Bevölkerung ausgehend. Wir können dies nicht topdown verordnen, es muss eine bottom up Revolution sein“, hält Martin Denz, Direktor der European Health Telematics Association fest. Die Patienten sind viel besser informiert und werden in Zukunft anspruchsvoller. Das Gesundheitssystem muss sich demokratisieren und bedarf einer grundlegenden Neuausrichtung, um ihnen gerecht zu werden. Der Careum Congress hat diesen Prozess klar aufgezeigt.

 

Workingpaper der Careum Stiftung

Patientenbildung gewinnt immer mehr an Bedeutung
Das Workingpaper der Careum Stiftung stellt anhand von Beispielen das breite Spektrum an Angeboten und Anbietern auf dem Gebiet der Patientenbildung vor, zeigt Entwicklungen und Herausforderungen auf und fügt diese zu einem Gesamtbild der aktuellen Situation und der Zukunftsperspektiven der «Patientenbildung in der Schweiz» zusammen.

Im Anhang finden Sie das Workingpaper der Careum Stiftung. Weitere Informationen stehen Ihnen unter www.careum-patientenbildung.ch zur Verfügung.

 

Bilder zum Kongress finden Sie unter dem Link:
http://www.filemail.com/dl.aspx?id=JXTGBPHDPJRVWNM

 

Wünschen Sie weitere Informationen?

Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung:

Careum Stiftung

Ilona Kickbusch, Stiftungsrätin Careum Stiftung
ilona.kickbusch@careum.ch

Hans Gut, Präsident Careum Stiftung
hans.gut@careum.ch

Jörg Haslbeck, Leiter Careum Patientenbildung
Joerg.haslbeck@careum.ch   Tel: +41 (0)43 222 64 10

 

Kontakt

Wissenschaftliches Sekretariat
Careum Stiftung
+41 43 222 50 00
congress@careum.ch

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